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  • Gari Bonka posted an update 1 month, 3 weeks ago

    Offiziell züchten können nur Mitglieder eines anerkannten Rassekatzenzuchtvereins, der wiederum einem der größeren Dachverbände angeschlossen sein kann. Dort meldet man seinen Zwingernamen (Zuchtname, englisch: prefix oder cattery name) an. Dies ist ein einmalig vergebener und registrierter Zuchtname, beispielsweise de la Chat. Sowohl Zwingername wie auch die daraus abgeleiteten Namen der einzelnen Katzen, die aus der Zucht in diesem Zwinger hervorgehen, sucht der Züchter alleinverantwortlich aus. Der eigene Verein stellt dem Siamkatzenzüchter die Zuchtstammbäume für die Tiere seines Zwingers aus. Damit ist auch die Ausstellung und Prämierung der Katzen in nationalen und internationalen Rassekatzenausstellungen möglich.

    Wie bereits erwähnt, erkennen einige Dachverbände und die in ihnen organisierten Rassekatzenzuchtverbände die Thaikatze als eigene Rassekatze an. Thaikatzen, oft auch als „Traditionelle Siamkatzen“ bezeichnet, repräsentieren einen älteren Phänotyp der Siamkatze, der bis circa Anfang der 1990er Jahre in der Regel in der Siamkatzenzucht anzutreffen war. Seit dieser Zeit entwickelte sich die Zucht der Siamkatzen mehrheitlich in Richtung des heutigen sogenannten modernen Typs, während einige Züchter nach wie vor den bisherigen alten Typ in ihrer Zucht weiterzüchteten. Dies führte dazu, dass heute generell zwei verschiedene Typen der Siamkatze zu unterscheiden sind: der traditionelle Typ (je nach Verein oder Verband als Siamkatze oder Thaikatze anerkannt) sowie der moderne Typ (nur Siamkatze). In der Zucht gibt es aber immer wieder Katzen, die phänotypisch zwischen den beiden vorgenannten Typen stehen. https://liebstefavorit.de/peilsender-katze-test.html

    Eine rein gezüchtete Thaikatze weist also im Genotyp die gleichen genetischen Eigenschaften wie eine Siamkatze des modernen Typs auf. Markante visuelle Unterschiede sind im Aussehen und dort vor allem im Kopfbereich vorhanden. Bei den Thaikatzen sind die Ohren wesentlich höher angesetzt, während bei den modernen Siamkatzen auf große, deutlich vertikal angesetzte Ohren gezüchtet wird. Auch ist die ganze Kopfform, je nach individueller Ausprägung des einzelnen Tieres, bei den Thaikatzen deutlich runder und weniger stark keilförmig bis dreieckig ausgebildet. In den USA werden Siamkatzen des alten Typs deshalb auch „Appleheads“ („Apfelköpfe“) genannt. Insgesamt ist der Körperbau der Thaikatze rundlicher, während der Extremtyp der modernen Siamkatze einen sehr schlanken und fast röhrenförmigen Körper aufweist.

    Siamkatzen kann es in über 100 verschiedenen Farb- und Musterungsvarianten geben. Ausgehend von vier klassischen Grundfarben, die im Genom der Siamkatzen bereits natürlich vorkamen und auf Mutation zurückzuführen sind, sind durch Kreuzung und Hybridisierung weitere Farbschläge entstanden. Dazu kommen noch jeweilige Kombinationen mit „Tortie“ (englische Bezeichnung für Schildpatt, genetische Farbe Rot) sowie der Tabby-Musterung.

    Die Farbschläge der Siamkatze sind entscheidend durch eine bei dieser Rasse anzutreffenden Mutation geprägt. Diese ist als Okulokutaner Albinismus Typ 1 bekannt und führt zu Teilalbinismus. Dabei ist das Enzym Tyrosinase, welches für die Bildung des dunklen Pigmentfarbstoffes Melanin verantwortlich ist, bei höheren Temperaturen nicht funktionsfähig. Genetisch beruht dieser Effekt auf dem sogenannten Colouration-Gen. Dessen Allel ca führt zu weißem Fell mit blauen Augen, das Allel cs bewirkt die typische Pointfärbung der Siamkatze. Der Genotyp einer Siam Seal-Point Katze lautet aaB-cscsD-, das Allel cs wird dabei oft als „Siam-Gen“ bezeichnet.

    Dadurch ist, neben der bereits erwähnten ausschließlich blauen Augenfarbe, die Fellfarbe neugeborener Siamkätzchen prinzipiell weiß. Erst nach einigen Tagen bilden sich die Points, dunkler gefärbte Stellen, in der Körperperipherie aus. Dies ist eine Form des Akromelanismus. Eine vollständige Ausfärbung kann bis zu 6 Monate dauern. Der Rest des Körpers bleibt weiß bis cremeweiß, je nach Pointfarbe. Seal-Point-Siamesen haben das am dunkelsten gefärbte Fell, Creme-Point-Siamesen ein fast reinweißes. Dabei kann allerdings jedes Individuum unterschiedlich stark in der Farbgebung auf die umgebende Temperatur reagieren.

    Eine Besonderheit sind durchgehend weiß gefärbte Siamkatzen, die „Foreign White“ genannt werden. Die weiße Fellfarbe der Foreign White sowie ihre blaue Augenfarbe gehen hier auf den oben beschriebenen Teilalbinismus und dem zusätzlichen Gen für „epistatisches Weiß“ zurück. Allerdings fehlt ihr die Pointfärbung, so dass diese Tiere ein reinweißes Fell behalten. Weißes Fell und blaue Augen bei anderen Katzenrassen ist auf eine andere genetische Kombination zurückzuführen (Fellfärbung W-Gen determiniert), die bei diesen Tieren oft mit Taubheit gekoppelt ist. Dies ist bei der Foreign White aufgrund der andersartigen genetischen Konstitution nicht unbedingt der Fall, ist aber generell bei der Zucht zu berücksichtigen. Dazu sind nach dem Tierschutzgesetz (Tierschutzgesetz § 11b sowie Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes [Verbot von Qualzüchtungen]) auch entsprechende Maßnahmen und Untersuchungen vorgeschrieben, die auch teilweise für die Foreign White gelten.

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